Chloridbelastung und Fremdeisen können auch hochwertiges Edelstahlgeländer rosten lassen.
Flugrost verschwindet nach geeigneter Reinigung meist vollständig; punktförmige Vertiefungen sprechen dagegen für Lochfraß. Die passende Werkstoffsorte hängt von Standort, Oberfläche und Pflege ab.
- Für chloridhaltige Standorte wie gestreute Wege, Küste oder Pool ist mindestens CRC III mit 1.4401 oder 1.4404 ein sinnvoller Ausgangspunkt.
- Flugrost mit phosphor- oder oxalsäurehaltigem Edelstahlreiniger und Kunststoffvlies in Schliffrichtung behandeln, anschließend gründlich abspülen und trocknen.
- Keine Stahlwolle, unlegierten Drahtbürsten, salzsäurehaltigen Rostlöser oder chlorhaltigen Bleichmittel verwenden.
- Am Pool während der Badesaison wöchentlich mit Süßwasser abspülen; unbewitterte Küstenbereiche monatlich bis vierteljährlich reinigen.
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Edelstahl Passivschicht: Warum „rostfrei“ ein Zustand ist, keine Materialeigenschaft
„Rostfrei“ beschreibt den passiven Zustand der Oberfläche, nicht eine unveränderliche Eigenschaft des Werkstoffs. Fällt die Passivschicht lokal aus und kann sie sich nicht schnell genug regenerieren, korrodiert auch ein hochwertiger Stahl.
Wie entsteht die Passivschicht auf Edelstahl?
Die Passivschicht auf Edelstahl entsteht durch die Reaktion des enthaltenen Chroms mit Sauerstoff aus Luft oder Wasser. Nichtrostende Stähle enthalten laut Informationsstelle Edelstahl Rostfrei (ISER) mindestens 10,5 Masse-% Chrom.
Die Bildung der schützenden Passivschicht erfolgt in folgenden Schritten:
- Chrom als Ausgangsstoff: Der im Edelstahl enthaltene Chromanteil bildet die Grundlage für die Passivierung.
- Reaktion mit Sauerstoff: Das Chrom reagiert mit Sauerstoff aus der Luft oder dem Wasser.
- Bildung der Passivschicht: Es entsteht eine unsichtbare Mischschicht aus Chromoxiden und Chromhydroxiden, wie sie im Merkblatt 826 „Beizen von Edelstahl Rostfrei“ beschrieben wird.
- Repassivierung bei Beschädigung: Wird die Schutzschicht mechanisch verletzt, kann sie sich durch den vorhandenen Sauerstoff erneut aufbauen.
Die Widerstandsfähigkeit der Passivschicht steigt mit dem Chrom- und Molybdängehalt des Edelstahls. Der Standardstahl 1.4301 (V2A) enthält mindestens 17,0 % Chrom, jedoch kein gezielt zulegiertes Molybdän.
Für Innenräume und normale Außenluft reicht diese Legierung in der Regel aus. An chloridbelasteten Standorten kann ihre Korrosionsbeständigkeit dagegen unzureichend sein.
Was bringt die Passivschicht zum Versagen?
Die Passivschicht auf Edelstahl kann durch drei wesentliche Faktoren beschädigt werden:
- Halogenidionen, insbesondere Chlorid: Sie greifen die Passivschicht lokal an und können Korrosion auslösen.
- Sauerstoffmangel in Spalten: Fehlt ausreichend Sauerstoff, kann sich die beschädigte Passivschicht nicht wieder aufbauen.
- Oberflächenkontamination: Fremdeisen oder Zunder schaffen Fehlstellen, an denen Korrosion beginnen kann.
Besonders kritisch sind Anlauffarben an Schweißnähten. Unter den bläulich-gelben Oxidschichten befindet sich eine chromverarmte Zone, deren Korrosionsbeständigkeit deutlich unter der des ursprünglichen Edelstahls liegt.
Ein häufiger Fehler bei vor Ort geschweißten Geländern ist, die Schweißnähte lediglich zu bürsten oder zu schleifen, statt sie zu beizen.
Das Merkblatt 826 „Beizen von Edelstahl Rostfrei“ beschreibt, warum erst das Beizen die chromverarmte Randzone zuverlässig entfernt und damit die Voraussetzung für eine widerstandsfähige Passivschicht schafft.
Chloride und Lochfraß: der eigentliche Angriffsmechanismus
Echte Werkstoffkorrosion an Außengeländern geht in der Praxis überwiegend auf chloridinduzierten Lochfraß zurück. Wer verstehen will, warum ein Edelstahlgeländer rostet, obwohl die Sorte formal korrekt geliefert wurde, muss den Ablauf dieses Angriffs kennen.
Wie läuft Lochfraß unter Chlorideinfluss ab?
Lochfraß an Edelstahl entsteht, wenn Chloridionen die Passivschicht lokal angreifen und eine fortschreitende Korrosion in die Tiefe auslösen.
Der Prozess läuft in mehreren Schritten ab:
- Angriff auf die Passivschicht: Chloridionen lagern sich an Schwachstellen wie Sulfideinschlüssen, Riefen oder Kratzern an und verhindern dort die Repassivierung.
- Bildung eines Mikrolochs: An der geschädigten Stelle lösen sich Metallionen, die im Inneren des Lochs hydrolysieren. Dadurch sinkt der pH-Wert.
- Anreicherung von Chloriden: Weitere Chloridionen wandern zum Ladungsausgleich in das Loch. Der Korrosionsprozess verstärkt sich dadurch selbst und wird autokatalytisch.
- Korrosion in die Tiefe: Die große passive Umgebungsfläche wirkt als Kathode, das winzige Loch als Anode. Dieses ungünstige Flächenverhältnis beschleunigt die örtliche Metallauflösung.
Sichtbar sind meist nur punktförmige Krater mit rotbraunen Ablaufspuren. Unter der Oberfläche kann der Schaden jedoch deutlich größer sein, als es äußerlich erscheint. Beim chloridbedingten Lochfraß ist deshalb die Lochtiefe entscheidender als die sichtbare Fleckenfläche.
Besonders kritisch sind überdachte, nicht beregnete Bereiche. Während Regen Chloride von frei bewitterten Oberflächen abspült, können sie sich unter Vordächern oder an Handlaufunterseiten durch Verdunstung immer weiter konzentrieren.
Streusalz, Meeresluft und Poolchlor im Vergleich
Die drei typischen Chloridquellen unterscheiden sich weniger in der Chemie als im Eintragsweg und in den betroffenen Zonen des Geländers. Für die Standortbewertung nennen Hersteller und Fachplaner klare Abstandsgrenzen.
| Chloridquelle | Eintragsweg | Kritische Zonen am Geländer | Risikoindikator |
|---|---|---|---|
| Streusalz | Spritzwasser, Salznebel durch Fahrzeuge, eingetragenes Schmelzwasser | Pfostenfüße, Bodenanschlüsse, untere Füllstäbe | hohes Risiko bei höchstens 10 m Abstand zur gestreuten Straße, gering ab mehr als 100 m |
| Meeresluft | salzhaltiges Aerosol, Windverfrachtung | windzugewandte Seite, unbewitterte Flächen | geringes Risiko erst bei mehr als 10 km Abstand zum Meer |
| Poolchlor | Spritzwasser, Aerosole, Verdunstung am Beckenrand | Handläufe, Einstiegsleitern, Befestigungen | Chloridanreicherung ohne häufige Reinigung |
Am Pool kommt hinzu, dass Desinfektionsmittel und Badewasser permanent nachliefern. Geländer am Beckenrand müssen deshalb häufig gereinigt werden, sonst reichern sich Chloride an, die einfachere Edelstahlsorten angreifen. In Hallenbädern verschärft das warme, feuchte Raumklima die Lage zusätzlich. Dort gelten für tragende Bauteile wegen der Gefahr von Spannungsrisskorrosion eigene, strengere Anforderungen.
Warum rosten Spalten und Schweißnähte zuerst?
In Spalten verarmt der Elektrolyt an Sauerstoff, während sich Chloride anreichern. Die Passivschicht kann sich dort nicht erneuern. Besonders anfällig sind folgende Bauteile und Verbindungen am Geländer:
- Glasklemmhalter mit Elastomereinlage, in deren Spalten sich Feuchtigkeit sammeln kann.
- Rohrverbinder und Endkappen, an denen enge Kontaktflächen entstehen.
- Bodenhülsen und überlappende Laschen, die Feuchtigkeit und Chloride zurückhalten können.
Worauf du achten solltest: Mischbestückung. Ein Handlauf in V4A nützt wenig, wenn Klemmhalter, Schrauben oder Ankerplatten aus 1.4301 oder gar verzinktem Stahl bestehen. Die schwächste Komponente bestimmt das Schadensbild. Fordere deshalb im Angebot für jede Komponente die Werkstoffnummer, nicht nur für Rohr und Pfosten.
Werkstoffwahl nach DIN EN 1993-1-4
Ob ein Geländer später rostet, entscheidet sich überwiegend bei der Planung, und die DIN EN 1993-1-4 liefert dafür ein nachvollziehbares Bemessungsverfahren. Da Geländer als Absturzsicherung tragende Funktion haben, ist die Norm ein naheliegender Maßstab für die Sortenwahl.
Wie wird der Korrosionsrisikofaktor ermittelt?
Die aktuelle Fassung DIN EN 1993-1-4 (Ausgabe 2026-04) bewertet das Korrosionsrisiko mit der Formel CRF = F1 + F2 + F3. F1 erfasst Chloride aus Salzwasser oder Streusalz, F2 die Belastung durch Schwefeldioxid und F3 das Reinigungsregime beziehungsweise die Beregnung. Aus dem Ergebnis leitet sich eine von fünf Korrosionsbeständigkeitsklassen (CRC I bis V) ab.
| Korrosionsbeständigkeitsklasse | Typische Sorten | Einsatzbereich |
|---|---|---|
| CRC II | 1.4301 (V2A) | innen, normale Außenluft ohne nennenswerte Chloridlast |
| CRC III | 1.4401, 1.4404 (V4A) | Küstennähe, Streusalzbereich, Pool |
| CRC V | 1.4529, 1.4565 | sehr hohe Chloridbelastung, kritische Spritzwasserzonen |
Der F3-Faktor zeigt, warum ein unbewittertes Geländer schlechter abschneidet als ein beregnetes am selben Standort. Wer die Exposition ehrlich bewertet, landet bei Balkonen an gestreuten Gehwegen oder bei Terrassen in Küstennähe schnell oberhalb von CRC II.
Das deckt sich mit der Baupraxis: In chloridhaltiger Umgebung werden für Geländer statt 1.4301 die Sorte 1.4401 oder höher legierte Stähle eingesetzt.
Wann reicht ein V4A-Geländer nicht aus?
Ein V4A Edelstahl Geländer stößt dort an Grenzen, wo hohe Chloridlast auf fehlende Abwaschung oder ungünstige Oberflächen trifft. V4A-Stähle wie 1.4404 und 1.4571 enthalten zusätzlich 2 bis 2,5 % Molybdän und halten Streusalz und Meeresluft laut Anbieterangaben deutlich besser stand. Unbesiegbar sind sie nicht.
Besonders kritisch sind folgende Einsatzbereiche:
- Direkte Spritzwasserzonen: Hohe Chloridbelastungen durch Streusalz oder salzhaltiges Wasser.
- Überdachte Küstenstandorte: Salzablagerungen werden nicht regelmäßig durch Regen abgewaschen.
- Poolbereiche ohne Reinigungsroutine: Chloridhaltige Rückstände können sich dauerhaft auf den Oberflächen ansammeln.
Dort kann CRC V mit Sorten wie 1.4529 oder 1.4565 angemessen sein.
Ebenso wichtig ist die Oberfläche: Grobe Schliffe bieten Chloriden Haftgrund, glattere oder elektropolierte Oberflächen trocknen schneller ab und halten weniger Ablagerungen. Ein Längsschliff in Richtung des Regenablaufs ist bei Handläufen sinnvoller als ein Querschliff.
Flugrost: Fremdeisen statt Werkstoffversagen
Flugrost ist Rost von fremdem Eisen, das auf der Edelstahloberfläche haftet, während der Grundwerkstoff selbst zunächst intakt bleibt. Wenn ein Edelstahlgeländer trotz guter Qualität rostet, besonders in den ersten Wochen nach der Montage, ist Fremdrost die wahrscheinlichste Erklärung.
Woher stammen die Eisenpartikel?
Eisenpartikel auf Edelstahl stammen meist aus der Bearbeitung anderer Metalle oder aus eisenhaltigen Staubablagerungen. Typische Quellen sind:
- Schleifstaub und Funkenflug: Werden auf Baustellen Bewehrungsstahl oder Stahlprofile bearbeitet, können Eisenpartikel auf frisch montierten Edelstahlgeländern landen.
- Stahlwolle und Stahlbürsten: Bei der Reinigung oder Bearbeitung können sie Eisenabrieb direkt auf die Edelstahloberfläche übertragen.
- Verunreinigte Werkzeuge und Arbeitsflächen: In Werkstätten ohne getrennte Bearbeitung gelangen Eisenpartikel über Werkzeuge, Spannmittel oder Auflageböcke auf die Bauteile.
- Bremsabrieb im Außenbereich: In der Nähe von Bahnstrecken oder stark befahrenen Straßen kann sich eisenhaltiger Staub auf Edelstahloberflächen ablagern.
Flugrost ist nicht grundsätzlich harmlos. Unter den rostenden Fremdpartikeln können Mikrospalten entstehen, in denen sich bei zusätzlicher Chloridbelastung echter Lochfraß entwickelt.
Auch Edelstahl kann dadurch Korrosionsschäden erleiden, wenn Fremdrost über längere Zeit auf der Oberfläche verbleibt.
Flugrost auf Edelstahl entfernen, ohne die Oberfläche zu schädigen
Flugrost entfernst du chemisch mit einem säurehaltigen Edelstahlreiniger, nicht mechanisch mit eisenhaltigen Hilfsmitteln. Bewährt hat sich folgende Reihenfolge:
- Testfläche reinigen: Lässt sich der Belag an einer unauffälligen Stelle lösen, handelt es sich sehr wahrscheinlich um Fremdrost.
- Reiniger auf Basis von Phosphor- oder Oxalsäure auftragen und mit einem Kunststoffvlies in Schliffrichtung bearbeiten.
- Gründlich mit klarem Wasser nachspülen und trockenwischen, damit keine Säure- oder Salzreste zurückbleiben.
- Bei hartnäckigem Befall oder Anlauffarben einen Fachbetrieb mit Beizpaste beauftragen, die nach Merkblatt 826 verarbeitet und fachgerecht entsorgt wird.
Tabu sind Stahlwolle, Drahtbürsten aus unlegiertem Stahl, salzsäurehaltige Rostlöser und chlorhaltige Bleichmittel. Gerade Salzsäure ist ein klassischer Fehler, denn sie bringt das Chlorid, das du eigentlich loswerden willst, gleich mit. Nach der Reinigung baut sich die Passivschicht an der Luft von selbst wieder auf.
Wie unterscheidest du Flugrost von Lochfraß?
Das Schadensbild nach einer Reinigung verrät den Mechanismus: Flugrost verschwindet vollständig, Lochfraß hinterlässt punktförmige Vertiefungen, die du mit dem Fingernagel oder einer Lupe ertasten beziehungsweise erkennen kannst. Die folgende Übersicht hilft bei der Zuordnung.
| Merkmal | Flugrost | Lochfraß | Spaltkorrosion |
|---|---|---|---|
| Verteilung | flächig gesprenkelt, oft einseitig | einzelne Punkte mit Ablaufspuren | entlang von Fugen und Klemmen |
| Nach Reinigung | Oberfläche intakt | Krater bleiben sichtbar | Verfärbung kehrt schnell zurück |
| Ursache | Fremdeisen | Chloride, ungeeignete Sorte | Geometrie plus Chloride |
| Konsequenz | Reinigen, Quelle abstellen | Sorte und Pflege prüfen | Konstruktion ändern |

Verlass dich bei der Sortenfrage nicht auf den Magnettest. Austenitische Stähle wie 1.4301 und 1.4404 können nach Kaltumformung leicht magnetisch werden, und beide Sorten verhalten sich am Magneten gleich. Belastbar sind nur ein Abnahmeprüfzeugnis 3.1 nach EN 10204 oder eine Analyse per mobiler Röntgenfluoreszenz, die den Molybdängehalt direkt nachweist.
Reklamationsansprüche: Mangel oder Pflegefehler
Ein Mangel liegt vor, wenn das Geländer nicht der vereinbarten oder der für den bekannten Standort üblichen Beschaffenheit entspricht. Ob ein rostendes Edelstahlgeländer einen Anspruch begründet, hängt daher von Vertrag, Standort und Ursache ab.
Wann liegt ein Werkmangel vor?
Ein Werkmangel nach § 633 BGB kommt insbesondere dann in Betracht, wenn der Metallbauer einen ungeeigneten Werkstoff verwendet oder die vereinbarte Ausführungsqualität nicht einhält.
Typische Fälle sind:
- Ungeeignete Werkstoffwahl: Edelstahl 1.4301 wurde an einem Standort verbaut, dessen Chloridbelastung dem Metallbauer bekannt war oder hätte bekannt sein müssen.
- Falsche Edelstahlsorte: Es wurde eine andere als die vertraglich vereinbarte Werkstoffqualität verwendet.
- Unzureichend behandelte Schweißnähte: Die Schweißnähte wurden nicht fachgerecht gebeizt.
- Flugrost durch die Montage: Eisenpartikel aus den eigenen Montagearbeiten haben die Edelstahloberfläche verunreinigt.
- Minderwertige Befestigungselemente: Klemmhalter, Schrauben oder andere Bauteile bestehen aus ungeeigneten Werkstoffen.
Ein Fachbetrieb muss Bedenken gegen eine ungeeignete Werkstoffwahl anmelden. Bei VOB-Verträgen ist diese Pflicht ausdrücklich in § 4 Abs. 3 VOB/B geregelt.
Schwieriger ist die Haftungszuordnung, wenn du V2A trotz dokumentierten Hinweises gewählt hast, spätere Bauarbeiten Dritter Fremdeisen eingetragen haben oder eine übergebene Pflegeanleitung nicht beachtet wurde.
Die Bezeichnung „Edelstahl“ allein ist kein Nachweis für Korrosionsbeständigkeit, da sie werkstofftechnisch nicht mit „nichtrostend“ gleichzusetzen ist. Entscheidend ist die im Angebot angegebene Werkstoffnummer.
Welche Beweise solltest du sichern?
Entscheidend sind Dokumente, die Sorte, Standort und Schadensverlauf belegen. Sichere dafür folgende Beweise:
- Fotos des Schadens: Fotografiere die betroffenen Stellen mit Datum und Maßstab, damit sich Ausmaß und Entwicklung der Korrosion nachvollziehen lassen.
- Standortbedingungen: Dokumentiere den Abstand zu gestreuten Straßen oder zum Meer, um die mögliche Chloridbelastung einzuordnen.
- Vertragsunterlagen: Bewahre Angebot, Auftragsbestätigung und Rechnung mit den angegebenen Werkstoffnummern auf.
- Prüfzeugnis: Fordere beim Metallbauer das Prüfzeugnis für den verwendeten Edelstahl an.
Behandle das Geländer vor der Begutachtung nicht großflächig mit Beizpaste, sonst vernichtest du Beweise; eine kleine Testreinigung zur Unterscheidung von Flugrost ist dagegen sinnvoll.
Zeige den Mangel schriftlich an und setze eine angemessene Frist zur Nacherfüllung, etwa zwei bis drei Wochen. Bei Streit über die Ursache schafft ein öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Metallbau oder Korrosionsschutz Klarheit, und die Verjährungsfrist nach § 634a BGB solltest du dabei im Blick behalten.
Pflegeintervalle und Prävention
Regelmäßiges Abspülen mit klarem Wasser ist die wirksamste Einzelmaßnahme gegen Chloridanreicherung, weil es den F3-Faktor der Norm praktisch nachbildet. Wie oft du reinigst, sollte sich an der Exposition orientieren, nicht am Kalender.
- Pool: In der Badesaison wöchentlich mit Süßwasser abspülen, Handlaufunterseiten und Klemmen eingeschlossen.
- Küste: Unbewitterte Bereiche monatlich bis vierteljährlich reinigen, frei beregnete Flächen seltener.
- Streusalz: Pfostenfüße nach Tauwetterperioden abspülen und nach Winterende eine Grundreinigung einplanen.
- Nach Bauarbeiten in der Nähe: Geländer zeitnah auf Flugrost prüfen und mit säurehaltigem Reiniger behandeln.
Konstruktiv beugst du vor, indem du Spalten vermeidest, Wasserablauf an Bodenanschlüssen sicherstellst und Endkappen mit Entwässerung vorsiehst. Bei Neubauten lohnt es sich, die Exposition nach DIN EN 1993-1-4 schriftlich bewerten zu lassen und die resultierende Sorte für alle Komponenten vertraglich festzuschreiben.
Fazit: Rost am Edelstahlgeländer lässt sich durch die richtige Materialwahl vermeiden
Wenn ein Edelstahlgeländer rostet, wirken fast immer Passivschicht, Chloridlast und Oberflächenzustand zusammen. Flugrost ist ein Kontaminationsproblem und lässt sich mit säurehaltigen Reinigern beheben, sofern du die Eisenquelle abstellst. Lochfraß und Spaltkorrosion zeigen dagegen, dass Sorte, Oberfläche oder Konstruktion nicht zur Exposition passen.
Für Standorte an gestreuten Wegen, in Küstennähe oder am Pool ist mindestens CRC III mit 1.4401 oder 1.4404 der sinnvolle Ausgangspunkt, bei extremer Belastung auch CRC V. Wer Werkstoffnummern für jede Komponente vereinbart, Schweißnähte beizen lässt und eine expositionsgerechte Reinigung einplant, hält „rostfrei“ dauerhaft im passiven Zustand und hat im Schadensfall eine belastbare Grundlage für die Reklamation.
FAQ zum Thema: Edelstahlgeländer rostet trotz guter Qualität
Warum rostet Edelstahl, obwohl er als rostfrei gilt?
Edelstahl ist nicht grundsätzlich immun gegen Rost. Seine Korrosionsbeständigkeit beruht auf einer dünnen, schützenden Passivschicht, die sich auf der Oberfläche bildet. Wird diese Schicht lokal beeinträchtigt oder lagern sich eisenhaltige Partikel ab, können Rostflecken entstehen. Besonders im Außenbereich können Streusalz, Feuchtigkeit und chloridhaltige Umgebungen die Korrosion begünstigen.
Wie lässt sich Flugrost auf einem Edelstahlgeländer entfernen?
Flugrost auf Edelstahl lässt sich häufig mit einem geeigneten Edelstahlreiniger und einem weichen Tuch entfernen. Wichtig ist, keine Stahlwolle, gewöhnlichen Stahlbürsten oder scheuernden Werkzeuge zu verwenden, da diese Eisenpartikel auf der Oberfläche hinterlassen und neue Rostflecken verursachen können. Nach der Reinigung sollte die Oberfläche gründlich mit klarem Wasser abgespült und getrocknet werden. Bei hartnäckigen Flecken empfiehlt sich ein speziell für Edelstahl geeignetes Reinigungsmittel.
Edelstahlgeländer rostet trotz guter Qualität: Was kann die Ursache sein?
Wenn ein hochwertiges Edelstahlgeländer rostet, muss nicht zwangsläufig ein Materialfehler vorliegen. Häufig handelt es sich um Flugrost von benachbarten Stahlteilen, Werkzeugen oder Schleifarbeiten. Auch ungeeignete Reinigungsmittel, Chloride und eine ungünstige Materialwahl für die jeweilige Umgebung können eine Rolle spielen. Treten punktförmige Vertiefungen auf, kann es sich um Lochfraß handeln. In diesem Fall sollte die Ursache fachlich untersucht werden.
Was ist der Unterschied zwischen V2A und V4A bei Edelstahlgeländern im Außenbereich?
V2A bezeichnet im allgemeinen Sprachgebrauch häufig Edelstahl der Werkstoffgruppe 1.4301, während V4A oft für molybdänhaltige Sorten wie 1.4401 oder 1.4404 verwendet wird. V4A bietet in vielen chloridhaltigen Umgebungen eine höhere Beständigkeit gegen Lochfraß und Spaltkorrosion. Für normale Außenbereiche kann V2A geeignet sein; bei Küstennähe, hoher Salzbelastung oder anderen aggressiven Bedingungen kann V4A die bessere Wahl sein. Die konkrete Eignung hängt jedoch von der tatsächlichen Umgebung, der Verarbeitung und der Pflege ab.
Wie kann man Rost von einem Edelstahlgeländer entfernen, ohne Kratzer zu verursachen?
Verwende zunächst ein weiches Mikrofasertuch und einen geeigneten, nicht scheuernden Edelstahlreiniger. Reinige möglichst in Richtung der vorhandenen Schlifflinien und vermeide aggressive Stahlbürsten sowie chloridhaltige Reiniger. Bei stärkerer Korrosion können spezielle Edelstahlbeiz- oder Passivierungsverfahren erforderlich sein, die fachgerecht durchgeführt werden sollten. Wenn Roststellen wiederkehren oder sich kleine Vertiefungen bilden, sollte ein Metallbaubetrieb prüfen, ob mehr als oberflächlicher Flugrost vorliegt.
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und von unserer Redaktion geprüft und freigegeben.
